Vom Fundstück zum Kunststück

LVM als Förderer: Vom Funstück zum Kunststück

Das Projekt "Vom Fundstück zum Kunststück" ist ein Gemeinschaftsprojekt der Waldschule Kinderhaus, des Stadtmuseums Münster und der LVM Versicherung.

Unter Leitung der Künstlerin Gintare Skroblyte gestalten Schülerinnen und Schüler der Waldschule Kunstobjekte aus gesammelten Alltagsgegenständen oder Fundstücken. Die ebenso kreativen wie überraschenden Exponate werden am Projektende auf dem LVM-Campus ausgestellt.

Zurzeit besuchen 280 Schülerinnen und Schüler die Waldschule Kinderhaus. Sie werden von einem 40-köpfigen Team aus Lehrern, sozialpädagogischen Fachkräften und Förderschullehrern sowie ehrenamtlichen Kräften unterstützt. Das Einzugsgebiet der Waldschule im Stadtteil Kinderhaus gilt als sozialer Brennpunkt mit vielen bildungsfernen Haushalten und Familien mit Migrationshintergrund. Die Kinderarmut im Stadtteil gehört mit zu den höchsten in Nordrhein-Westfalen. Etwa 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Waldschule sind BuT-berechtigt (Bildungs- und Teilhabepaket).

Vom Fundstück zum Kunststück

Konzept

Kinder, die keine Berührung zu Kunst und Kultur haben, werden motiviert und gefördert, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Dabei präsentieren sie mutig und angstfrei ihre Gedanken und Ideen und werden so selbst zum "Künstler". 

Nach der ersten Begegnung mit Kunst im Stadtmuseum Münster und der Kunstsammlung LVM entdecken die Kinder, dass sich hinter jedem Kunststück eine persönliche Geschichte verbirgt.  

Experten begleiten die Kinder, wenn sie im nächsten Schritt selbst künstlerisch aktiv werden. Sie leiten die kleinen Künstler an, ihren Erinnerungen an die Heimat und ihre Familien durch unterschiedliche Gestaltungstechniken Ausdruck zu verleihen. 

Jedes Kind hat am Projektende ein eigenes Kunststück geschaffen. Das Projekt kann dabei helfen, gemachte Erfahrungen zu verarbeiten und viele neue Eindrücke zu gewinnen. Es stärkt ihren selbstbewussten Umgang mit Kreativität und beweist, dass die Kinder mit ihren Anliegen ernst genommen werden.

Jedes Kind hat am Projektende ein eigenes Kunststück geschaffen, das in einer professionellen Ausstellung mit Rahmenprogramm gezeigt wird. 

Beispiel 2017: Kunst als Zufluchtsort

Das Projekt 2017 richtete sich ausschließlich an Flüchtlingskinder. Sie konnten nicht auf eigene alltägliche Fundstücke zurückgreifen, sie mussten vor der Flucht alles hinter sich lassen.

Ausschließlich aus ihren sehr persönlichen Erinnerungen und ihren Fotografien erstellten sie kleine Schriftstücke, fantasievoll ausgeschmückt, die in zahlreichen aufgehängten Flaschen einen geschützten Platz fanden. So erfuhren sie die Kunst als Zufluchtsort. Die so entstandene Flaschenpost wurde während der Ausstellung von vielen Interessenten aufmerksam entziffert.

Die Ergebnisse wurden nach einer feierlichen Vernissage an einem prominenten Ort auf dem LVM-Campus ausgestellt. Im Rahmenprogramm richteten sich die Brüder Mojtaba, Masoud und Milad Sadinam mit der Lesung aus ihrem Buch "Unerwünscht" an die projektbeteiligten Kinder. Sie erzählten von den Erfahrungen ihrer eigenen Flucht, und wie sich ihr Leben in großer Angst und Not zum Positiven verändert hat – stets begleitet von guten Freunden.

Darüber hinaus zeigte die Fotoausstellung "Syrien" eindrucksvolle Fotos des international renommierten Fotografen Jacques Toffi von seinem letzten Besuch in Syrien unmittelbar vor Ausbruch des Krieges.