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LVM-Kulturwelt

Förderung

LVM-Kunstpreis

Die LVM Versicherung vergibt 2026 erstmals den LVM-Kunstpreis für Kunst im öffentlichen Raum. Mit dieser Auszeichnung stärkt die LVM ihr Engagement für Kunst und Kultur und unterstützt Kunstschaffende, die mit ihren Werken öffentliche Räume bereichern und die Gesellschaft aktiv einbeziehen.

Der Preis soll alle zwei Jahre vergeben werden. Er würdigt herausragende, bereits realisierte Kunstwerke im öffentlichen Raum in Deutschland. Es können permanente, temporäre, performative oder prozesshafte Werke sein – unabhängig von Genre oder Form.

Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und beinhaltet neben dem Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro eine Ausstellung auf dem LVM-Campus sowie Diskurs-Veranstaltungen in Münsters. Zudem ist ein Austausch am Ort des Werks mit lokalen Institutionen über die kulturelle Bedeutung und Wirkung des Beitrags geplant.

Auswahlverfahren

Die Preisträgerin oder der Preisträger des LVM-Kunstpreises wird in einem mehrstufigen Verfahren ermittelt.

Zur Bewerbung werden von der LVM Künstlerinnen und Künstler eingeladen, deren Werke von einer Empfehlungsjury – renommierte Persönlichkeiten aus Kulturinstitutionen, Kunsthochschulen und dem Kulturjournalismus – vorgeschlagen werden. Bevorzugt werden künstlerische Arbeiten, die aktuelle Themen wie Nachhaltigkeit, Inklusion, Partizipation oder Raumentwicklung aufgreifen. Bei der Bewertung der vorgeschlagenen Kunstwerke finden neben der ästhetischen Qualität, auch Innovationskraft, Originalität und Zugänglichkeit besondere Beachtung.

Preisträgerin 2026

LVM-Kunstpreis 2026

Die Jury hat im Mai 2026 einstimmig entschieden, das Werk 86° WALTER HALIT (2025) der deutsch-iranische Künstlerin Natascha Sadr Haghighian mit dem ersten LVM-Kunstpreis für Kunst im öffentlichen Raum auszuzeichnen. Das Werk versteht sich als unübersehbares Mahnmal gegen rechtsextreme Gewalt und erinnert an zwei Persönlichkeiten, deren Lebenswege und gewaltsame Tode untrennbar mit Kassel verbunden sind: den ehemaligen Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke und das NSU-Opfer Halit Yozgat. Mit der weithin sichtbaren Installation auf dem Dach des Kasseler Regierungspräsidiums setzt Haghighian ein künstlerisch herausragendes und zugleich eindringlich gesellschaftspolitisches Zeichen.

Diskursveranstaltungen zur prämierten Arbeit werden in Kürze veröffentlicht.

Shortlist

Die unabhängige Entscheidungsjury nominierte folgende künstlerische Positionen:

  • Colour Floating | Nevin Aladağ
  • Ein Garten mit Brücken (Wirbelsäule, Magen, Kehle, Ohr) | Ruth Buchanan
  • Tiger & Turtle – Magic Mountain | Heike Mutter und Ulrich Genth
  • 86°WALTER HALİT | Natascha Sadr Haghighian
  • Autonomous Forest | Terra0 / Paul Kolling, Paul Seidler
  • IN C - Marler Partitur | Sasha Waltz

Entscheidungsjury

Eine renommierte Fachjury aus Kunst, Kulturwissenschaft und urbaner Architektur wird über die Vergabe des Preises entscheiden. Die Entscheidungsjury 2026 setzt sich wie folgt zusammen:

Jurymitglied Andreas Beitin

Dr. Andreas Beitin studierte Kunstgeschichte, Angewandte Kulturwissenschaft und Neuere und Neueste Geschichte. Er promovierte über das Motiv des Schreis in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Seine Laufbahn führte ihn 2004 ans ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, wo er als Kurator und später als Leiter des ZKM | Museum für Neue Kunst zahlreiche Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst verantwortete. Von 2016 bis 2019 war er Direktor des Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen. Seit 2019 verantwortet er als Direktor das Kunstmuseum Wolfsburg. Seine kuratorische Arbeit zeichnet sich durch den Blick dafür aus, wie Kunst gesellschaftspolitische Themen aufgreift und reflektiert. Beitin engagiert sich für die Öffnung des Museums als Ort des Dialogs.

Jurymitglied LVM-Kunstpreis

Elke Buhr studierte Germanistik, Geschichte und Journalistik in Bochum, Bologna und Dortmund und volontierte anschließend beim Westdeutschen Rundfunk in Köln. Als Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Rundschau leitete sie das Kunstressort und prägte dort den Diskurs über Gegenwartskunst. Ihre Texte erschienen u. a. in Die Zeit, Texte zur Kunst und Art sowie in zahlreichen Hörfunkbeiträgen. Seit 2008 gehört sie zur Redaktion des Magazins Monopol, das sie seit 2016 als Chefredakteurin leitet. Sie steht für eine kritische, zugleich offene Kunstberichterstattung, die gesellschaftliche Entwicklungen nicht ausgrenzt, sondern in einen größeren kulturellen Zusammenhang stellt.

Jurymitglied LVM-Kunstpreis

Noura Dirani studierte Kunstgeschichte und Romanistik in Heidelberg und Palermo. Nach einem Volontariat an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf forschte und arbeitete sie von 2010 bis 2015 am Lehrstuhl für Globale Kunstgeschichte in Heidelberg, bevor sie 2017 als Kreativleitung des Japanischen Palais und Referentin für transkulturelle Methodik an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden tätig war. 2021 übernahm Dirani die Direktion der Kunsthalle St. Annen in Lübeck, die sich unter ihrer Leitung verstärkt für generationenübergreifende Themen öffnet. Dirani hat das Ausstellungsprogramm globalisiert und verjüngt, zuletzt mit Positionen wie Heather Phillipson und Shilpa Gupta. Sie interessiert sich für Fragen der kulturellen Zugehörigkeit und der gesellschaftlichen Teilhabe und steht für eine offene, dialogische Museumsarbeit, die Vielfalt als Stärke begreift.

Jury-Mitglied LVM-Kunstpreis 2026

Adrian Kowanz, Kurator und Kunstwissenschaftler, Wien, studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien. Nach seiner wissenschaftlichen Ausbildung leitete er das Studio seiner Mutter, der international bekannten Lichtkünstlerin Brigitte Kowanz. Seit ihrem Tod im Januar 2022 verwaltet er ihren Nachlass. Er war u. a. maßgeblich an der Retrospektive „Licht ist was man sieht“, 2025 in der Albertina in Wien beteiligt. Sein Interesse gilt dem Verhältnis von medialer Innovation und Lichtkunst und dem Zusammenwirken von technologischem und gesellschaftlichen Fortschritt mit künstlerischer Forschung. Kowanz steht dafür, das Werk seiner Mutter in eine internationale Gegenwartsperspektive zu überführen und zeitgenössische Vermittlungsformen neu zu denken.

Jurymitglied LVM-Kunstpreis 2026

Britta Peters absolvierte ein Studium der Angewandten Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg und arbeitete zunächst als Kuratorin in Hamburg, wo sie Projekte zur zeitgenössischen Kunst im öffentlichen Raum umsetzte. Von 2008 bis 2011 leitete sie den Kunstverein Harburger Bahnhof, anschließend war sie Kuratorin in Frankfurt und Autorin für verschiedene Kulturseiten und Kunstmagazine. Internationale Aufmerksamkeit erhielt sie als Kuratorin im künstlerischen Leitungsteam der Skulptur Projekte Münster 2017. Seit 2018 ist Peters Künstlerische Leiterin von Urbane Künste Ruhr in Bochum. Peters entwickelt Formate, in denen Stadt, Raum und Öffentlichkeit neu gedacht werden und steht für eine kuratorische Praxis, die Kunst als wichtigen Teil des gesellschaftlichen Lebens begreift.

Jurymitglied LVM-Kunstpreis 2026

Monika Schäfer-Althoff studierte Architektur an der FH Münster. Seit 1997 prägt und verantwortet sie bei der LVM Versicherung die Verbindung von Baukultur und Kulturkommunikation; sie konzipiert kunstbezogene Projekte in Strategie und Umsetzung und kuratierte zahlreiche Ausstellungen. Aus dem von ihr 1999 entwickelten LVM-Kunstkonzept gingen zentrale Impulse hervor: vom internationalen Wettbewerb zur Gestaltung des öffentlichen Vorplatzes bis zum heutigen LVM-Kunstpreis, den sie initiiert hat. Als LVM-Kulturbeauftragte steht sie für eine inklusive Vermittlungspraxis, die Zugänge für alle Menschen öffnet und Kunst als elementaren Teil der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unserer Gesellschaft versteht.

Jurymitglied LVM-Kunstpreis 2026

Prof. Dr. David Zink Yi wurde in Lima, Peru, geboren. Er studierte Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin und arbeitet in unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen – von Skulptur und Film über Keramik und Klang bis hin zur Performance. In seinem Werk untersucht er den Körper als Träger von Identität, Erinnerung und Verwandlung. Seine Werke wurden international gezeigt, unter anderem im Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean, im Bronx Museum of the Arts, im Museum Ludwig sowie im Sprengel-Museum. Seit 2020 lehrt er als Professor für Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Er steht für eine künstlerische Haltung, die Vielstimmigkeit als schöpferische Kraft begreift und den Körper als Resonanzraum kultureller Erfahrung versteht.

Preisverleihung

LVM-Kunstpreisverleihung 2026

Die Preisverleihung fand am 04. September 2026 bei der LVM Versicherung in Münster statt. Weitere Informationen zur Preisverleihung: LVM-Pressemitteilung.

Kontakt

Allgemeiner Kontakt

kunstpreis@lvm.de

 

Pressekontakt

Kristina Hoppe

k.hoppe@lvm.de

https://www.lvm.de/presse/