Wespennester entfernen: Vorsicht vor Wucherpreisen!

Wespen stehen unter Artenschutz. Wespennester dürfen daher nur entfernt werden, wenn die Insekten eine unmittelbare Gefahr für den Menschen darstellen – z. B. bei Allergikern oder in direkter Nähe zu Kindergärten. Und auch dann muss ein Fachmann das Nest entfernen.

Wenn Menschen nicht direkt gefährdet sind, muss das Nest bleiben. Die Wespen dürfen nicht getötet werden. Noch strenger schützt das Bundesnaturschutzgesetz Hornissen, Wildbienen und einige besondere Wespenarten. Verstöße werden mit hohen Geldbußen bis zu 50.000 Euro geahndet.

Teure "Notdienste"

Aber auch die erlaubte Entfernung eines Wespennests durch einen Fachmann kann teuer werden: Laut Verbraucherzentrale melden sich immer wieder Verbraucher, die von teuren und laienhaft arbeitenden "Notdiensten" abgezockt und an der Haustür unter Druck gesetzt werden. Wucherpreise bis zu 800 Euro sollen schon vorgekommen sein. Dabei sind fürs Umsiedeln oder Töten von Wespen – je nach Region und Aufwand – eigentlich Preise zwischen 80 und 150 Euro (inklusive Anfahrt) üblich. Teurer kann es werden, wenn beispielsweise ein Kran oder eine Hebebühne bestellt werden muss, um ans Nest zu gelangen.

Tipps gegen Abzocke .

  • Die Verbraucherzentrale rät, Rechnungen generell nicht an der Haustür zu zahlen. Verbraucher haben das Recht, die Rechnung eingehend zu prüfen und sollten sich nicht unter Druck setzen lassen. Die Verbraucherzentralen helfen dabei, überhöhte Rechnungen anzufechten. Am sichersten ist es, sich vorab konkret über den Preis der Dienstleistung zu informieren und eine Vereinbarung zu treffen.
  • Wer im Internet nach einem Fachmann sucht, sollte aufs Impressum der Firma achten. Am Firmensitz ist zu sehen, ob die Firma tatsächlich in der Nähe ist. So werden unnötig hohe Anfahrtkosten vermieden. Auch sollte die Firma telefonisch über das Festnetz erreichbar sein. Ist nur eine Handynummer oder gar eine 0800-Nummer angegeben, ist Vorsicht geboten.
  • Imker, zugelassene Schädlingsbekämpfungsunternehmen, Kammerjäger sowie einige Umweltschutzorganisationen können mit der passenden Ausrüstung und sachkundigen Erfahrung helfen. Stadtverwaltungen oder Umweltämter helfen bei der Suche nach Fachleuten aus dem Umkreis, ebenso Fach- und Berufsverbände der Schädlingsbekämpfer.
  • Ein Profi stört oder tötet Wildtiere nicht unbegründet und arbeitet mit den Naturschutzbehörden zusammen.

Ein Tipp für Hausbesitzer: Die Wohngebäudeversicherung der LVM erstattet die Kosten für die fachgerechte Entfernung bzw. Umsiedlung von Wespen-, Hornissen- und Bienennestern. (Quelle: Verbraucherzentrale NRW e. V.)

Mehr Informationen unter
www.verbraucherzentrale.de