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Ein richtiger Versicherungsschutz fängt beim Wissen über mögliche Gefahren und Risiken an. Hier finden Sie einige wertvolle Tipps.

Verbrauchertipps

Pokémon Go: Gut versichert?

Überall sieht man junge Leute auf der Suche nach den Pokémon Pikatchu, Glumander und Co. Das beliebte Spiel aus den neunziger Jahren erlebt einen neuen Hype als App auf dem Smartphone. In realer Umgebung suchen Spieler nach kleinen Monstern, die sich zwischen Häusergassen und Straßenecken verstecken. Ein Trend, der gefährlich sein kann.

Abgelenkt durch Pokémon

Fußgänger, die vertieft auf ihr Smartphone starren und die Stadt ablaufen, um Punkte und Figuren zu sammeln, sind seit PokémonGo keine Seltenheit mehr. Doch wer haftet und zahlt, wenn abgelenkte Spieler den Verkehr ignorieren oder durch Nachbars Garten laufen? 

Versicherung haftet bei Unfall

Spielen Nutzer mit ihrem Smartphone und es kommt zum Unfall, greift in der Regel die private Unfallversicherung. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Spielende leichtsinnig oder grob fahrlässig handelt. Wird ein abgelenkter Spieler im Straßenverkehr von einem Auto erfasst, so haftet die Kfz-Haftpflichtversicherung des Autofahrers. Eine Mitschuld kann aber trotzdem ausgesprochen werden und die Leistungen mindern. Ist der Spielende so vertieft in seine App, dass er durch Blumenbeete läuft oder anderen Schaden anrichtet, schützt ihn seine private Haftpflichtversicherung. Diese greift aber nur, wenn der Schaden aus Leichtsinn, Missgeschick oder Vergesslichkeit verursacht wurde und nicht aus Vorsatz.

An den Grill, fertig, los – ein Vergnügen nicht ohne Risiko

Mit den ersten schönen Sommertagen beginnt die Grillsaison. Strahlender Sonnenschein und Hunger? Da fehlt nur noch eins – der Grill. Doch damit das Grillvergnügen nicht in einem Fiasko endet, sollte der Grillmeister Vorsicht walten lassen.

Denn in Deutschland kommt es jährlich zu ungefähr 4.000 Grillunfällen, so die Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV). Leichtsinn, Unerfahrenheit und Unwissenheit können zum Verhängnis werden. Viele Grillunfälle enden mit schweren Verbrennungen. Deshalb ist Vorsicht angesagt.

Bei jedem zweiten Grillunfall sind flüssige Brandbeschleuniger mit im Spiel. Durch Benzin oder Spiritus kommt es leicht zu meterhohen Stichflammen. Das bedeutet akute Lebensgefahr. Um die Grillsaison ohne Zwischenfälle genießen zu können, ist es empfehlenswert, nur gesetzlich zugelassene Grillanzünder zu benutzen.

Welche Versicherung im Schadensfall hilft

Wenn beim Grillen doch einmal etwas schief läuft, helfen Versicherungen. Hierbei kommt es immer auf die Ursache des Schadens an: Wenn es beim Grillen zu einem Brand kommt, bei dem eine andere Person oder deren Eigentum verletzt wird, besteht Versicherungsschutz über die Privathaftpflichtversicherung des Schadenverursachers.

Verletzt sich der Grillmeister dabei selbst, so hilft ihm seine private Unfallversicherung. Versicherte können eine Einmalleistung vereinbaren oder eine lebenslange Unfallrente abschließen, um mögliche Einkommenseinbußen aufzufangen. 

Wenn das eigene Gebäude, das Mobiliar oder auch die Kleidung durch einen Brand beschädigt werden, greift die Gebäude- beziehungsweise die Hausratversicherung. Sie entschädigt sogar im Rahmen der sogenannten Außenversicherung, wenn außerhalb des eigenen Grundstücks gegrillt wird. 

Sicher unterwegs mit Pedelec und E-Bike

Frühjahrszeit ist Radfahrzeit. Dabei sind auf Deutschlands Straßen immer mehr Pedelecs und E-Bikes unterwegs, die zum Teil hohe Geschwindigkeiten erreichen können. Nutzer sollten vor Gebrauch daher die Versicherungspflicht für ihr Elektrofahrrad überprüfen.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Pedelecs: Kleinere Elektrofahrräder erreichen maximal 25 Stundenkilometer und werden auch "Pedelec 25" genannt. Daneben gibt es die schnellere Klasse von Pedelecs, zu der S-Pedelecs sowie E-Bikes zählen. Diese erreichen bis zu 45 Stundenkilometer. Da sich die einzelnen Fahrradtypen in Antriebsart, Leistung und Höchstgeschwindigkeit unterscheiden, gelten für sie unterschiedliche Versicherungsvorschriften.

Kleinere Pedelecs (Pedelec 25) gelten als Fahrräder

Kleine Pedelecs haben einen Motor, der das Treten unterstützt. Sie bieten teilweise auch eine Anfahrhilfe. Diese Räder erreichen maximal 25 Stundenkilometer und dürfen auf dem Radweg gefahren werden. Auch wenn es keine Helmpflicht gibt, rät die LVM Versicherung, zur eigenen Sicherheit einen Helm zu tragen.

Wie normale Fahrräder sind die kleinen Pedelecs nicht gesondert versicherungspflichtig. Schäden, die der Fahrer versehentlich verursacht, sind in der LVM-Privathaftpflichtversicherung mitversichert. Eine Haftpflichtversicherung ist grundsätzlich empfehlenswert. Bei der LVM ist das Pedelec außerdem über die Hausratversicherung versichert, wenn es durch einen Einbruch in einen verschlossenen Raum gestohlen wird. Zusätzlich kann das Rad gegen einfachen Diebstahl abgesichert werden: Dann besteht rund um die Uhr Versicherungsschutz, wenn es im Freien mit einem Schloss gesichert war und geklaut wurde.

S-Pedelecs und E-Bikes über die Kfz-Haftpflichtversicherung versichern

Die schnelleren S-Pedelecs und E-Bikes fahren auch ganz ohne Muskelkraft und dürfen nur auf der Straße gefahren werden. Fahrer müssen einen Helm tragen und den Führerschein der Klasse M besitzen. Wie ein 50er-Roller benötigen S-Pedelecs und E-Bikes ein Versicherungskennzeichen inklusive des gesetzlich vorgeschriebenen Kfz-Haftpflichtschutzes.

Der Haftpflichtschutz kommt für Schäden auf, die der Fahrer einem anderen Verkehrsteilnehmer zufügt. Soll das Fahrzeug auch gegen Diebstahl versichert werden, so empfiehlt sich zusätzlich der Abschluss einer Teilkaskoversicherung. 

So haben Betrüger keine Chance

Egal ob im Internet, beim Händler um die Ecke oder an der eigenen Haustüre, die Gefahr von Betrug und Abzocke gibt es in fast allen Alltagsbereichen. Doch vor vielen kriminellen Machenschaften kann man sich schützen. Wer beispielsweise die aktuellen Betrugsmethoden kennt, fällt nicht so leicht darauf herein. Bei diversen Ämtern und Institutionen können Bürger hierzu kostenlose Ratgeber und Tipps, die vor Abzocke und Betrug bewahren, per Internet herunterladen oder auch anfordern.

Tipps und Hilfe von der Polizei

Welche aktuellen Betrugsmaschen es beispielsweise im Bereich Kreditkarten, bei Arzneimitteln oder auch auf dem Gebiet des Trickdiebstahls gibt und wie man sich davor schützt, zeigt die Polizei in ihrem Internetportal www.polizei-beratung.de in der Rubrik "Themen und Tipps". Auf den Polizeidienststellen selbst und im Internet gibt es zudem zahlreiche kostenlose Broschüren, unter anderem zu den Themen Sicherheitstipps für Senioren, für den Urlaub, gegen Diebstahl und beim Umgang mit Kreditkarten.

Ministerialer Rat

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) bietet auf der Webseite sogenannte "BMELV-Servicekarten für Verbraucher" zum Herunterladen und Ausdrucken an. Die als Klappkarten gestalteten Kurzinformationen zeigen, welche Rechte der Einzelne hat und worauf er achten sollte. Unter anderem werden die Themen Reisen, Internet, Werbeanrufe, Gesundheitsleistungen Spielzeug und Strom-/Gasanbieterwechsel behandelt. Zum Schutz vor den Gefahren im Internet gibt es vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf einer besonderen Webseite für Bürger zahlreiche Warnungen über aktuelle Bedrohungen sowie Tipps und Hinweise für eine sichere Nutzung.

Rechtsstreit ohne Kostenrisiko

Wer sich die Möglichkeit offenhalten will, notfalls auch gerichtlich sein Recht einfordern zu können, aber das Kostenrisiko nicht tragen möchte, sollte sich vorab mit einer privaten Rechtsschutzversicherung absichern. Sie hilft beispielsweise bei gerichtlichen Streitigkeiten aus privaten Verträgen des täglichen Lebens. Darunter zählen unter anderem Kaufverträge von Ge- und Verbrauchsgütern wie Elektrogeräten, Fahrzeugen, Möbel oder Kleidung sowie Reparaturaufträge.

Je nach Vertragsumfang werden auch die Kosten für gerichtliche Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeber, dem Nachbarn, dem Vermieter oder mit einem möglichen Unfallgegner bezahlt. Bei der Frage, welche Rechtsschutzpolice für den persönlichen Bedarf sinnvoll ist, hilft ein Versicherungsfachmann.

Skimming – die neue Masche von Kartenbetrügern

Betrüger spähen immer häufiger die EC-Kartendaten von Bankkunden aus. Dazu installieren sie nicht mehr nur Lesegeräte am Bankautomaten selbst, sondern manipulieren bereits die Türöffner an den Bankgebäuden, um die Magnetstreifen der Karten zu kopieren.

Mit einer ähnlichen Masche treiben auch Kreditkartenfälscher ihr Unwesen: Wenn im Restaurant, in Boutiquen oder den Mietwagen am Flughafen mit Kreditkarte gezahlt wird, ziehen die kriminellen Verkäufer die Karte durch ein illegales Kopiergerät.

Da Skimming-Opfer die unregelmäßigen Bankbewegungen zumeist nicht sofort entdecken – sie sind noch immer im Besitz der Originalkarte –, haben die Kriminellen ausreichend Zeit, auf der ganze Welt ausgiebig shoppen zu gehen. Das Wort "Skimming" stammt aus dem Englischen und bedeutet "Abschöpfen". Gemeint ist damit das illegale Ausspähen von Kredit- und Bankkartendaten.

Tipp: Elektronische Türöffner einer Bank verlangen nie eine Geheimzahl. Beim Eintippen der Geheimzahl am Automaten sollte das Tastenfeld z. B. mit der Hand abgeschirmt werden.

Opfer eines Skimming-Betrugs bleiben nicht auf dem finanziellen Schaden sitzen. Banken sind gegen solche Betrügereien versichert und ersetzen den Verlust, sofern der Bankknunde nicht grob fahrlässig gehandelt hat.

Zusammen wohnen – zusammen sparen

Trotz der aufregenden Zeit, nachdem ein Paar zusammengezogen ist, sollten sich die Partner auch über den Versicherungsschutz Gedanken machen. Zum einen sollte die Absicherung der neuen Lebenssituation angepasst werden. Zum anderen könnten manche Versicherungsverträge entfallen, wenn beide Partner bereits als Singles Policen abgeschlossen haben.

Hat sich ein Paar entschlossen zusammenzuziehen, ist es grundsätzlich ratsam, die Versicherer der bestehenden Verträge über die neue Lebenssituation zu informieren. Gerade nach einem Umzug müssen unter anderem die neue Adresse und gegebenenfalls eine neue Bankverbindung mitgeteilt werden.

Unnötig viele Verträge

Mit einer gemeinsamen Wohnung ändert sich nicht nur die Wohnungssituation, auch der bestehende Versicherungsschutz sollte entsprechend angepasst werden. Da die meisten bereits als Singles wichtige Policen wie eine Privathaftpflicht- oder eine Rechtsschutz-Versicherung abgeschlossen haben, bestehen nach dem Zusammenziehen einige Verträge manchmal doppelt.

Hat jeder der Lebenspartner eine Rechtsschutz-Versicherung, kann meist der jüngere oder auch weniger umfangreiche Vertrag auf Antrag aufgehoben werden. Eine ähnliche Möglichkeit besteht bei Privathaftpflicht-Policen. Wichtig ist, dass der Vertrag, der bestehen bleibt, nicht nur für Singles gilt. Handelt es sich um ein unverheiratetes Paar, muss zudem der Partner namentlich in den verbleibenden Vertrag als mitversicherte Person aufgenommen werden.

Notwendige Anpassungen

Haben beide Partner jeweils eine Hausratversicherung, könnten diese zwar bei den jeweiligen Versicherern für die neue Wohnung fortgeführt werden. Für den gemeinsamen Haushalt bietet sich jedoch eine Zusammenlegung der Policen an. Wichtig ist dabei, dass die Höhe der Versicherungssumme für die gemeinsam genutzte Wohnung angepasst wird.

Bei bestehenden Lebensversicherungen ist gegebenenfalls zu überdenken, wer im Erlebens- oder Todesfall das Geld ausgezahlt bekommen soll. Sollte dies beispielsweise der Lebenspartner sein, muss der Vertrag eventuell entsprechend geändert werden.

In jeder Situation richtig abgesichert

Möchte man, dass beide Partner im Ernstfall finanziell abgesichert sind, sollten auch die bestehenden Kranken- und Lebensversicherungen überprüft werden. Bei einer Risiko-Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit können beispielsweise beide Partner als versicherte Person eingetragen werden.

Stirbt ein Partner, erhält der andere die vereinbarte Leistung. Um sicherzugehen, dass keine unnötigen Prämien bezahlt werden, empfiehlt sich grundsätzlich bei einem geplanten Umzug in eine gemeinsame Wohnung ein Beratungsgespräch mit dem Versicherungsfachmann. Dabei können auch Absicherungslücken entsprechend der geänderten Lebenssituation erkannt und abgedeckt werden.