Schutz vor Schadenersatzansprüchen in der Landwirtschaft

Haftungsrisiken in der Landwirtschaft

Während der Arbeit im Stall und auf dem Feld kann auch mal etwas schief gehen. Schützen Sie sich, Ihre Familie, Ihre Mitarbeiter und Ihren Betrieb mit einer landwirtschaftlichen Forst- und Betriebshaftpflicht vor Schadensersatzansprüchen.

Haftungsrisiken in der Landwirtschaft

Haus und Hof: Verkehrssicherungspflicht

Als Besitzer eines landwirtschaftlichen Betriebs sind Sie für die Sicherheit an Haus und Hof verantwortlich. Schnell kann durch eine kleine Unachtsamkeit ein großer Schaden entstehen. Da hilft eine  Betriebshaftpflichtversicherung. Sie tritt ein, wenn Besucher oder Kunden einen Schaden erleiden. Sie zahlt aber auch, wenn Ihren Mitarbeitern etwas passiert.

Bei Arbeiten in der Landwirtschaft sind Personenschäden mit schweren Folgen nie ausgeschlossen. Gerade bei Personenschäden gehen die erhobenen Ersatzansprüche oft in die Millionenhöhe. Deshalb empfehlen wir Ihnen, sich pauschal mit 5 Millionen Euro gegen Personen- und Sachschäden zu versichern.

Beispiele für Verkehrssicherungspflichten

  • Besitzer landwirtschaftlicher Betriebe müssen gewährleisten, dass die Wege auf dem Betriebsgelände eben und gefahrlos begehbar sind. Kunden, Besucher und Mitarbeiter dürfen nicht durch Unebenheiten im Boden, nasse Platten, Glätte, offene Schächte Kabel oder anderes zu Schaden kommen.
  • Streu- und Räumungspflichten im Winter liegen grundsätzlich in der Verantwortung des Betriebsinhabers. Bei öffentlichen Wegen und Plätzen, die der Gemeinde oder der Stadt gehören, gibt es oft Sonderregelungen. Die Streu- und Räumungspflichten hierfür werden gerne auf die Anlieger übertragen. Gleiches gilt für Vermieter und Verpächter, die die Pflichten zur Verkehrssicherung auf den Mieter oder Pächter abwälzen.
  • Die Verkehrssicherungspflicht beschränkt sich nicht alleine auf das Betriebsgelände. Wenn Sie Baustellen oder Arbeitsstätten außerhalb Ihres Betriebsgrundstücks betreiben, müssen Sie auch dort dafür sorgen, dass niemand zu Schaden kommt. Dazu gehören beispielsweise abzudeckende Schächte und die Kennzeichnung verschmutzter Fahrbahnen, damit Menschen oder Sachen nicht zu Schaden kommen.
Wenn Ihre Tiere einen Schaden verursachen

Für zahlreiche Betriebe gehört die Viehhaltung zum Betriebsalltag. Häufig haben sie sich sogar darauf spezialisiert, um rentabel arbeiten zu können. Die damit verbundenen Risiken sind erheblich. Brechen zum Beispiel Rinder aus der umzäunten Weide aus und laufen auf die Straße, kann es zu einer Kollision mit einem oder mehreren PKWs kommen. Die Folge: Personenschäden, verbunden mit Krankenhaus- und Behandlungskosten, Schmerzensgeld, Verdienstausfall und eventuell sogar Rentenzahlungen.

Als Tierhalter haften Sie mit Ihrem gesamten Vermögen für Schäden, die Ihre Tiere anrichten. Eine landwirtschaftliche Betriebshaftpflichtversicherung schützt Sie und Ihr Betriebsvermögen gegen Schadensersatzforderungen.

Unabhängig davon, ob Sie sich auf Nutztierhaltung spezialisiert haben, Pferdehalter sind oder als "Tierhüter" Pensionstiere aufgenommen haben: Um ausreichend abgesichert zu sein,empfehlen wir Ihnen, sich pauschal mit 5 Millionen Euro gegen Personen- und Sachschäden zu versichern.

Der Landwirt als Erzeuger: Produkthaftpflicht

Kommt es durch ein landwirtschaftliches Produkt zu einem Personen- oder Sachschaden, haftet der Landwirt als Erzeuger für den Schaden. Schützen Sie Ihr Betriebsvermögen durch eine Produkthaftpflichtversicherung.

Man unterscheidet zwischen konventioneller und Erweiterterter Produkthaftpflichtversicherung. Die konventionelle Produkthaftpflicht ist bis zur vereinbarten Versicherungssumme in der land- und forstwirtschaftlichen Betriebshaftpflicht der LVM enthalten.

Zwei Beispiele zur Produkthaftung:

  • Ein landwirtschaftlicher Betrieb liefert Eier, die wegen einer defekten Kühlanlage verdorben sind. Mehrere Abnehmer erkranken an Salmonellen.
  • Ein Betrieb verkauft Milch an eine Molkerei, die mit Hemmstoffen belastet ist. Die Milch wird, wie üblich, mit den Lieferungen anderer Betriebe vermischt. Bei Feststellung des Schadens muss der gesamte Tankinhalt vernichtet werden.

Besondere Risiken erfordern besonderen Schutz

Wir empfehlen Ihnen in der Regel, sich pauschal mit 5 Millionen Euro gegen Personen- und Sachschäden abzusichern.

Ein höherer Schutz durch eine Erweiterte Produkthaftpflicht ist zu empfehlen, wenn

  • Sie für Ihre Produkte Eigenschaften zusichern,
  • Ihre Produkte von anderen Unternehmen weiter be- oder verarbeitet werden,
  • Ihre Produkte von anderen Unternehmen zur Produktion, Be- oder Verarbeitung von Sachen verwendet werden.

Ein Beispiel: Ein Landwirt mästet Schweine mit einem falschen Futteröl. Das Fleisch ist nach dem Schlachten und der Weiterverarbeitung nicht zum Verzehr geeignet. Der Abnehmer macht Schadenersatz geltend für die Transportkosten, die Schlachtung und die Verarbeitung.

Insbesondere wenn Ihre Produkte mit Produkten der Abnehmer oder Dritter vermischt oder verarbeitet werden und aus tatsächlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht mehr getrennt werden können, kann ein Vermögensschaden die Folge eines mangelhaften Produkts sein. Um sich gegen solche Fälle abzusichern, brauchen Sie zusätzlich zur Betriebshaftpflicht eine Erweiterte Produkthaftpflichtversicherung

Landwirtschaftliche Maschinen und Fahrzeuge

Folgende Fahrzeuge sind beitragsfrei über die Grunddeckung der landwirtschaftlichen Betriebshaftpflicht mitversichert:

  • Alle nicht selbstfahrenden Maschinen und Geräte
  • Nicht zulassungspflichtige Anhänger, Zugmaschinen und Raupenschlepper bis 6 km/h
  • Universalgeräte, Bagger, Gabelstapler und Radlader bis 20 km/h
  • Selbstfahrende Mähdrescher bis 20 km/h

Vorsicht, wenn diese Höchstgeschwindigkeiten überschritten werden. Vergewissern Sie sich durch einen Blick in die Fahrzeugpapiere oder die Betriebserlaubnis.

Umweltschäden können teuer werden

Von einem Umweltschaden spricht man, wenn sich Stoffe über Boden, Luft oder Wasser ausbreiten und einen Schaden verursachen. Das können z. B. Jauche, Gülle, Silagesickersäfte, flüssige und feste Düngemittel oder Öl sein. Ein Umweltschaden kann Personen, Sachen oder das Vermögen eines Dritten oder der öffentlichen Hand betreffen. Beispiel: Gelagertes Öl verunreinigt einen Bach und ein angrenzendes Naturschutzgebiet.

Unverzichtbar: Umweltschadensversicherung!

Lassen Sie prüfen, ob alle Umweltgefahren, die von Ihrem Betrieb ausgehen in Ihrer Betriebshaftpflichtversicherung mitversichert sind. Besonders abzusichernde Risiken sind beispielsweise die

  • Lagerung und Verwendung von umweltschädlichen Stoffen (Düngemittel, Schädlingsbekämpfungsmittel, Öl) und
  • Versagen von Schutzeinrichtungen, durch die Gase, Flüssigkeiten, Dämpfe, Feuchtigkeit oder Temperaturen freigesetzt werden können.

Haftung für Schäden an der Biodiversität

Neben der üblichen Umwelthaftung für Schäden an fremden Böden und Gewässern haften Sie seit Einführung des neuen Umweltschadensgesetzes 2007 auch für Schäden an der sogenannten Biodiversität. Hierunter versteht man Schäden an der biologischen Vielfalt – und zwar auch auf dem eigenen Grund und Boden. Das Verschwinden von Feldhamstern, Fledermäusen oder Pflanzenarten wie Froschkraut von Ihrem eigenen oder angrenzenden Land ist ein solcher Schaden. Der Verursacher ist zur Wiederherstellung der Natur verpflichtet! 

UmweltPlus und Erweiterte Bodenkasko

Üblich ist eine Mindestversicherungssumme von 5 Millionen Euro gegen Personen- und Sachschäden. Erhöhte Risikolagen erfordern jedoch oftmals einen erhöhten Versicherungsschutz. Diesen erhalten Sie bei der LVM über die Bausteine UmweltPlus und die Erweiterte Bodenkasko.

Über den idealen Versicherungsschutz für Ihren Betrieb beraten wir Sie gern. 

Lohnunternehmer benötigen besonderen Versicherungsschutz

Wenn Sie hauptsächlich in Ihrem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb tätig sind und nur gelegentlich Lohnarbeiten ausüben, ist es ausreichend, diese Tätigkeit über einen Zusatzbaustein in Ihrer bestehenden landwirtschaftlichen Betriebshaftpflicht abzusichern.

Wenn Sie hauptsächlich oder regelmäßig für andere landwirtschaftliche Betriebe Lohnarbeiten durchführen, benötigen Sie eine Betriebshaftpflichtversicherung, die eigens auf die Tätigkeit als Lohnunternehmer zugeschnitten ist.

Auch alle Maschinen und Fahrzeuge, die Sie für Lohnunternehmertätigkeiten einsetzen, müssen Sie extra versichern. Zusätzlichen Schutz benötigen Sie auch, wenn Sie besondere Tätigkeiten ausführen, beispielsweise Winterdienst. 

Prüfen Sie Ihre Betriebshaftpflicht und schließen Sie, falls erforderlich, einen Zusatzschutz für Ihre Tätigkeit als Lohnunternehmer ein.

Sprechen Sie uns an, wir beraten wir Sie gern.