|
|
Hochkarätige Referenten, spannende Vorträge:
Der LVM-Landwirtschaftstag war ein voller Erfolg
"Hochkaräter" (Zitat J. Herwig, Vorstandsvorsitzender der LVM Versicherung) aus Politik, Forschung und Landwirtschaft stellten die verschiedenen Probleme der Gemeinsamen Agrarpolitik aus ihrer Sicht dar. Spätestens am Ende der zweiten Podiumsdiskussion war allen Anwesenden klar: Jeder Blickwinkel hat seine Berechtigung. Es wird nicht einfach sein für die EU-Agrarkommission, alle Bedürfnisse und Belange unter einen Hut zu bekommen.
|
Rund 800 Gäste nutzten die Gelegenheit zur Diskussion
Mehr als 800 Teilnehmer nutzten am 13. März 2012 in der Weser-Ems-Halle in Oldenburg die Gelegenheit, ihre Fragen zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 (GAP) aufzuschreiben. Die gebündelten Fragen stellte Moderator Dr. Ludger Schulze Pals während zweier Podiumsdiskussionen den Referenten.
Lebendige Diskussionen waren die Folge, da die Meinungen der Referenten teilweise weit auseinander liegen. Jeder konnte seinen Standpunkt deutlich machen und feststellen, dass auch die anderen Sichtweisen berechtigt sind.
Übersichtsfoto im Querformat zum Download (JPG/1,7 MB)
|
|
Viele Ehrengäste und hochkarätige Redner
Die LVM-Vorstände Jochen Herwig und Ulrich Greim-Kuczewski freuten sich als Gastgeber der Veranstaltung über zahlreiche Ehrengäste; unter ihnen auch Franz-Josef Holzenkamp, Vizepräsident des Niedersächsischen Landvolks und agrarpolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion.
Er sprach einige Grußworte an die Teilnehmer und Referenten und dankte den LVM-Vorständen dafür, dass sie als Veranstaltungsort "das landwirtschaftlich geprägte Oldenburger Land" gewählt haben.
Sehr deutlich richtete er seine Befürchtung an Dr. Häusler, dass durch die GAP statt Vereinfachung noch mehr Bürokratie auf die Bauern zukommen könnte.
Foto von Franz-Josef Holzenkamp zum Download (JPG/1 MB)
|
|
Dr. Georg Häusler
Dr. Häusler ist Kabinettschef von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos. Sein Vortrag hatte den Titel: "Grüner und gerechter? Die EU-Agrarpolitik nach 2013".
Mit der EU-Reform wolle man "die direkten Beihilfen an bestimmte Umweltleistungen knüpfen", es solle jedoch bei den Prämien keine "einheitliche Flatrate" für Europa geben.
Die EU wolle zudem keine Quoten und keine staatliche Steuerung mehr, sondern ein "Sicherungsnetz in Extremsituationen wie der Obst- und Gemüsekrise im vergangenen Jahr".
Foto von Dr. Georg Häusler zum Download (JPG/1 MB)
|
|
Dr. Robert Kloos
Zum Thema "Agrarpolitik aus einem Guss? Wie können sich Brüssel und Berlin ergänzen?" referierte Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Dr. Kloos sagte, dass sich Berlin und Brüssel in den Zielen der Reform einig seien, "in der Ausgestaltung ... aber noch viele Fragen offen" seien. Grundsätzlich begrüße die Bundesregierung auch das Ziel der EU, die Verantwortung für Umwelt- und Naturschutz stärker zu verankern. Er warnte jedoch vor einer stärkeren Bürokratisierung der Landwirtschaft.
Foto von Dr. Robert Kloos zum Download (JPG/1,1 MB)
|
|
Prof. Dr. Michael Schmitz
Das Thema von Prof. Dr. Michael Schmitz vom Institut für Agrarpolitik und Marktforschung der Universität Gießen war: "Reform oder Reförmchen? Wie zukunftsfähig ist der Vorschlag der Kommission?"
Knackpunkte der Reform sind für ihn: Greening und Flächenfraß, Degression und Kappung der Direktzahlungen (DZ), Definition "Aktiver Landwirt", EU-weite Umverteilung der DZ sowie das Festhalten an gekoppelten DZ.
Für ihn müsse die "GAP fairer, grüner, effizienter, wirksamer für aktive Landwirte, einfacher und transparenter gestaltet werden". Er wünscht sich "eine Agrarpolitik, die man auf einem Bierdeckel erklären kann".
Foto von Prof. Dr. Michael Schmitz im Querformat (JPG/1,1 MB)
|
|
Podiumsdiskussion
Moderator Dr. Ludger Schulze Pals gab die Fragen der Teilnehmer während der ersten Podiumsdiskussion an die Referenten Prof. Dr. Michael Schmitz, Dr. Robert Kloos und Dr. Georg Häusler weiter.
Es wurde z. B. die Frage gestellt, ob man "Greening handelbar machen" könne – z. B. im Westerwald 14 Prozent in ökologische Ausgleichsflächen umwandeln, dafür im Bezirk Oldenburg weniger. Dr. Häuslers Antwort: Dies würde der Zielsetzung von "Greening" und damit der Ökologie widersprechen.
Foto Podiumsdiskussion (Querformat) zum Download (JPG/1,4 MB)
|
|
Lutz Ribbe
Der Vortrag von Lutz Ribbe, Direktor der Stiftung Euronatur, hatte den Titel "Hellgrün oder dunkelgrün? Was erwartet die Gesellschaft von der EU-Agrarpolitik?".
Herr Ribbe näherte sich der GAP aus Sicht der Verbraucher. Was passiert mit 55 Milliarden Steuergeldern, die jedes Jahr in die Landwirtschaft fließen? Um das Verständnis der Bürger hierfür zu fördern, müsse man die Ansprüche für Direktzahlungen neu begründen. Er sieht die Agrarreform zwar als "Schritt in die richtige Richtung", für ihn ist sie jedoch "eher hellgrün als dunkelgrün".
Foto von Lutz Ribbe zum Download (Querformat, JPG/1 MB)
|
|
Gerd Lindemann
Der niedersächsische Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung hält es für sinnvoll, dass es in einem gemeinsamen Binnenmarkt einheitliche Marktregelungen geben soll.
In seinem Vortrag "Bestimmt in Zukunft nur noch Brüssel? Wo bleiben die Regionen?" forderte er jedoch, dass die EU-weite Agrarpolitik auch die Vielfalt der 271 europäischen Regionen beachten müsse. Zudem kritisierte er, dass eine dringend notwendige Vereinfachung der Regeln bei der Agrarreform zu kurz komme.
Foto von Gerd Lindemann zum Download (Querformat, JPG/960 kB)
|
|
Clemens Große Macke
Einen lebendigen Vortrag hielt Clemens Große Macke, Landwirt, Unternehmensberater und Mitglied des Niedersächsischen Landtags. Sein Thema "Gefordert oder überfordert? Versinken die Landwirte in mehr Bürokratie?" traf den Nerv der Teilnehmer.
Auch für ihn dürfe Umwelt- und Naturschutz nicht außen vor stehen, denn er habe "den Hof nicht von seinem Vater geerbt, sondern von seinen Söhnen geliehen". Vor allem aber forderte er "nachvollziehbare, begreifbare Regeln", die mehr Platz für Flexibilität und standortangepasste Freiwilligkeit lassen, Glaubwürdigkeit der Politik und "Planungssicherheit für Landwirte".
Foto von Clemens Große Macke zum Download (Querformat, JPG/1 MB)
|
|
Dr. Helmut Born
"Konsens oder Konkurs? Bleiben die Landwirte bei Greening und Kappung auf der Strecke?" Dr. Helmut Born, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), hält Greening für ein "Zwangsinstrument mit zu wenigen Freiheitsgraden für den einzelnen Landwirt".
Bauern arbeiten hart, um marktfähige Betriebe zu erhalten und sind bereit, beim Wirtschaften den Umgang mit natürlichen Ressourcen zu beachten. Die Politik müsse aber auch Antwort geben, was in Zukunft aus den Landwirten werden soll: Die Agrarreform müsse jungen Menschen Mut machen, sie ermutigen, auch weiterhin in der Landwirtschaft zu arbeiten.
Foto von Dr. Helmut Born zum Download (JPG/1 MB)
|
|
Moderator Dr. Ludger Schulze Pals
Die Moderation der Veranstaltung und der beiden Podiumsdiskussionen übernahm Dr. Ludger Schulze Pals, Chefredakteur beim landwirtschaftlichen Magazin "top agrar".
Die Fragen der Teilnehmer wurden eingesammelt, Herr Schulze Pals fasste sie zusammen und diskutierte sie mit den jeweiligen Referenten. Durch die unterschiedlichen Sichtweisen der Referenten ergab sich ein lebendiger Meinungsaustausch.
Foto von Dr. Ludger Schulze Pals zum Download (JPG/760 kB)
|
|
|
|
|
|